Je nach Berechnungsmodell leben in Deutschland zwischen fünf und acht Millionen Menschen in (Einkommens-)Armut. Das Einkommen wird zu einem großen Teil für die Absicherung elementarer Lebenbedürfnisse benötigt. Bei einem ohnehin beschränkten Budget können meist nur bei der Nahrung größere Posten eingespart werden. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen verzichten auf den Kauf bestimmter Nahrungsmittel.
Viele Betroffene leben pro Tag von ca. 4,50 Euro, die für die Zubereitung von Frühstück, Mittag- und Abendessen ausreichen müssen. Als Luxus gilt unter Armen oft das, was für die Mehrheitsgesellschaft als Alltagskost gesehen wird. Auf Fleisch wird meist ganz verzichtet. Frisches Obst ist selbst im Sommer noch zu teuer und auch Grundnahrungsmittel wie Milch gehören oft zu den Luxusgütern.
Spricht man sogar von ,,materieller" Ernährungsarmut ist die Situation noch schwieriger. Dann reicht allein die Menge nicht aus und/oder Qualität und Hygiene der Lebensmittel sind unzureichend. Besonders im letzten Monatsdrittel fällt es vielen schwer, eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Die negativen Folgen für Betroffene liegen auf der Hand: Hunger, Fehlernährung sowie die Konkurrenz von Nahrungsmitteln zu Genussmitteln wie Alkohol, Zigaretten sowie Drogen ist groß.
Viele Hartz IV-Empfänger schaffen es nur durch extremen Verzicht bis zum Monatsende durchzuhalten. Vielen gelingt es nicht. Sie sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen oder hungern. Dies bestätigt, was der Volksmund formuliert. Wer arm ist, lebt mehr oder minder von der Hand in den Mund.
Armut gibt es auch in unserer Gesellschaft. Schwerwiegende Folgen dieser Armut sind Hunger und Fehlerernährung durch eine zu einseitige Ernährung. Eine mangehafte Versorgung mit Lebensmitteln wird als ein Grund dafür genannt, dass arme Menschen auch in Deutschland häufiger erkranken und eine geringere Lebenserwartung haben. Diesem Problem widmen wir uns. Wir lindern Ernährungsarmut durch die Ergänzung und Bereicherung der Speisepläne bedürftiger Menschen mit Lebensmitteln, die Sie vor der Entsorgung bewahren. Besonders verdienstvoll ist, dass bei den vielen versorgten Kindern und Jugendlichen durch eine abwechlungsreichere Ernährung auch die Entwicklung eines gesünderen Ernährungsverhaltens gefördert werden kann.
Welche Motive haben die Aktiven dazu veranlasst, in unserem Verein mitzumachen? Die Befragten legen bei ihrem freiwilligen Engagement in unserem Verein besonderen Wert auf den Nutzen, den sie aus der Mitarbeit ziehen. Von großer Bedeutung sind hierbei die ,,Persönliche Zufriedenheit"(dies wird u.a. dadurch erreicht, dass sie ,,sehen, wo die Hilfe ankommt" und ,,etwas Sinnvolles tun") sowie das ,,Erfüllen von Werten und Normen" (vor allem das ,,Verhindern der Lebensmittelvernichtung" - diese Lebensmittelvernichtung ist ein sogenanntes ,,collective evil"). Wichtige Anforderungen an die alltägliche Arbeit in der Tafel sind ,,Gefühl der Zuhörigkeit" sowie ,,Spaß an der Arbeit". Von Bedeutung sind ferner ein Versicherungsschutz und die räumliche Nähe zum ,,Arbeitsplatz" sowie die Möglichkeit, sich die Zeit selbst einteilen zu können. Eine materielle Entschädigung in Form einer Aufwandsentschädigung oder Kostenerstattung ist von nachrangiger Wichtigkeit.
Und wie zufrieden sind die Aktiven? Zunächst kann festgehalten werden, dass die freiwiillig Engagierten mit ihrem Engagement durchweg zufrieden sind. Über 80% der Befragten sagen, dass ihre Tätigkeit ihren Erwartungen und Wünschen in vieler Hinsicht entspricht.